| Heinrich Kirchner zu Ehren |
| geb. 12. Mai 1902 in Erlangen gest. 3. März 1984 in Pavolding (Gem. Seebruck, Chiemgau) |
30-jähriges Jubiläum der Heinrich-Kirchner-Schule
Anlässlich des 30-jährigen Schuljubiläum verfasste Frau Christiane Brenner, freie Mitarbeiterin der Erlanger Nachrichten, folgenden Artikel:
„Heinrich Kirchner, so heißt unsre Schule. Heinrich Kirchner, das war ein toller Mann.
Heinrich Kirchner, wir können von ihm lernen, wie man mit Kunst die Welt verändern kann.“
(Refrain des Schulliedes – Text und Musik: Martina Heuser.)
Erlangens ehem. Oberbürgermeister Hahlweg beschrieb in seiner Begrüßungsrede diesen
Künstler als „hochsensibel, mutig, beharrlich“ und empfahl dessen „humane Art“ zur Nachahmung fast auf den Tag genau vor 30 Jahren. Denn am Freitag, 14.7.1995, wurde der erste von vier
Bauabschnitten der Heinrich-Kirchner-Schule mit großem Fest und viel Prominenz eingeweiht.
„Ein Vorbild für Bayern“ titelte die Presse. Der Ministerialbeauftragte Schaar nannte als Kontext
das mutige und innovative Konzept einer Kooperation zwischen Grund- und Förderschulklassen,
Herausforderung und zugleich „intelligente Form der Zukunftsgestaltung“ für die Schulpraxis.
Perfekt fürs städtische Programm „Offenheit für Neues“ von OB Hahlweg. Er war es auch, der sich
2014 zusammen mit Architekt Präg und dem Förderkreis für die Ausstattung der Schule mit
Kirchner-Skulpturen als kleine Dauerausstellung im Eingangsbereich einsetzte. Aber der Reihe
nach.
Ende Oktober 1992: für das Entwicklungsgebiet Büchenbach-West plante der Stadtrat 6000
Neubürgerwohnungen und beschloss, eine Grundschule zu errichten. Sie entstand nach einem
Architektenwettbewerb in Zeiten – man höre und staune – knapper Mittel, weshalb die angedachte
Schwimmhalle gestrichen wurde.
Der Grundsteinlegung im Juli 93 folgten im Jahr 94 Richtfest und Gründung der „Staatlichen
Schule“, Arbeitstitel „Grundschule Büchenbach-West“. Bauliche Verzögerungen ließen einen
Bezug erst Ende Juni 95 zu. So lang blieben 100 Grundschüler in vier Klassen weiter Gast der
Büchenbacher Grundschule und drei Förderklassen mit 36 Kindern in ihrer Jean-Paul-Schule.
Regulär begann das Schuljahr 95/96 unter Leitung von Herrn Kölling mit sechs Klassen und 132
Kindern. Zehn Jahre später zählte man das Vierfache. Eine Sporthalle ergänzte 2001 die Schule
und neben dem Hauptgebäude entstanden vier mobile Klassenzimmer. 2004 vervollständigte eine
Außensportanlage das Areal. Aktuell besuchen 265 Schülerinnen und Schüler in 12 Klassen die
Schule. Die viel gelobte Kooperation musste leider chronischem Platzmangel weichen.
Der Name „Heinrich-Kirchner-Grundschule“ wurde kurz vor der Einweihung verliehen, angeregt
vom damaligen Kulturreferenten Dr. Schnetz und letztlich vorgeschlagen vom einstigen
Stadtschulrat Schlossbauer. Er suchte zusammen mit Katharina Kirchner, Witwe des 84
verstorbenen Künstlers, die Reliefplatte „Der große Keimling“ auf deren Anwesen in Pavolding aus.
Von der Stadt erworben, wurde sie im Beisein von Frau Kirchner und MdL Hermann, heutiger
Innenminister, bei der Eröffnung auf dem Schulhof enthüllt. Seither ist die Bronzeskulptur Leitbild
der Schule, auf deren Homepage steht: „Dass ein Keimling gedeiht, seine Wurzeln ausbreitet und
nach oben wächst, braucht er Wasser, Fürsorge und Geduld. Auch unsere Kinder sollen sich
verwurzeln, wachsen und weiterentwickeln. Sie brauchen jedoch weit mehr als Wasser, Fürsorge
und Geduld.“
Willkommen in der Gegenwart wachsender Herausforderungen und Veränderungen, die täglich
neu und stets innovativ zu bewältigen sind. „Das gelingt nur im reflektierten und engagierten
Miteinander von Kollegium, Kindern und Elternschaft“, ist die überzeugte Meinung der Rektorin
Landgraf-Wallrapp. Dabei helfen unter dem Motto „Kopf-Herz-Hand“ ein Schulprofil im Sinne des
Keimlings, Aktionen und Projekte in Verbindung mit dem Namensgeber, Besonderheiten wie
Draußenschule, Zukunftswerkstatt, Schwerpunkte wie Demokratie- und Gesundheitserziehung.
„Besonderes Augenmerk benötigt der soziale Bereich“, sagt die Schulleiterin, „denn allgemein
gesellschaftliche Wandlungen und v.a. Corona haben hier nachhaltige Spuren hinterlassen“.
Wünschen wir, dass die Heinrich-Kirchner-Schule weiterhin ihrem Anspruch des beständig
gedeihenden Keimlings gerecht wird.
Informationen Skulpturengarten
Am Erlanger Burgberg hat die Stadt zum 80. Geburtstag und in Anwesenheit des Künstlers am 12. Mai 1982 einen „Skulpturen*garten“ eingerichtet. Mittlerweile sind es neunzehn große Bronzeplastiken.
Ein Rundgang kann mit dem „Bild des Hoffens“ aus dem Jahr 1974 auf dem Aussichtsplatz an der höchsten Stelle des Gartens beginnen. Die weit ausgebreiteten Arme, an vielen der Skulpturen zu finden, bedeuten hier Wille und Kraft.

Bei anderen Darstellungen symbolisieren sie Offenheit, Vertrauen, Aufnahmebereitschaft, eine Geste des Grußes, des Empfangens und Gebens aber auch der zugreifenden Habgier.
Gleich nebenan befindet sich das zuletzt aufgestellte Werk:

„Wanderer“ (1983)

„Der Wächter im Garten Eden“ (1978/79)

„Friedensbote“ (1980/81)

„Sitzende“ (1935) Kirchners älteste Skulptur

„Prometheus“ (1979/80)